Das Projekt beschäftigt sich mit individualisierten Avataren unter der Maßgabe, durch ihren Einsatz im E-Commerce einen Mehrwert für den Einzelhandel und seine Kunden zu erzielen. Dazu wird der bisher nur ansatzweise wissenschaftlich geklärten Frage nachgegangen, wie in diesem Kontext die Anforderungen an virtuelle Abbilder von Kunden aussehen. Aus Sicht des Handels besteht der Zweck einer solchen Marketingmaßnahme darin, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und den Umsatz zu steigern. Hieraus resultiert wiederum, dass sich die Avatargestaltung an ihrer Wirkung auf die Einstellungen und das Verhalten der Kunden orientieren muss.
Vorhandene Forschungsarbeiten zum Einfluss von kundenindividuellen Avataren auf Kaufentscheidungen sind bisher wenig umfassend. Sie besitzen häufig nur eine begrenzte Aussagekraft oder sind von vorläufigem Charakter. Statt gesicherter Erkenntnisse existieren bisher vorwiegend nur Annahmen und Unsicherheiten, wie die Avatare beschaffen sein müssen, wie realistisch und detailgetreu die individuellen Kunden beispielsweise reproduziert werden müssen, um Kaufentscheidungen positiv zu beeinflussen und eine hohe Akzeptanz des Systems zu erzielen.
Eine Überlegung und auch seitens des Handels geäußerte Forderung ist zum Beispiel, dass letzten Endes das Produkt im Fokus der Aufmerksamkeit stehen sollte, während die übrigen virtuellen Elemente inkl. Avatar nur den Rahmen für eine überzeugende Produktdarstellung bilden.
Die resultierenden Fragestellungen hinsichtlich Nutzen und Akzeptanz werden systematisch in experimentellen Studien mit Anwendern untersucht, wobei die im Projekt entwickelten prototypischen Systeme zum Einsatz kommen. Von Interesse ist dabei schwerpunktmäßig der Einfluss der Avatar-Darstellungen auf diverse, für das Kaufverhalten relevante Konstrukte, wie z.B. Vertrauen, Informationsgehalt, Einstellung zum Händler und Produkt und diverse Elemente des Einkaufserlebnisses wie Unterhaltungswert, Interaktivität, Telepräsenz oder sensorisches Erleben. Es kommen dazu sowohl quantitative Verfahren, z. B. Fragebögen mit psychometrischen Skalen oder formelle Interviews, als auch qualitative Methoden, z. B. informelle Interviews zur Anwendung.

